Marktheidenfeld zeichnet sich seit vielen Jahren durch eine starke Wirtschaft aus, durch Menschen, die einander mit Respekt, Offenheit und einer guten Prise fränkisch-direkten Humors begegnen und einem Lebensraum, der vielen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wird.
Aber: Die Zeiten haben sich geändert und Umbrüche werden auch in Marktheidenfeld bemerkbar.
Mit der Schließung des Lermann-Kaufhauses fiel ein Einzelhandels-Magnet in der Innenstadt weg, weitere, auch große Geschäftsflächen stehen leer und die Innenstadt verliert an Lebendigkeit.
Der Klimawandel macht sich durch lange Hitzewellen und Trockenheit bemerkbar. Der Grundwasserspiegel wird zunehmend sorgenvoll betrachtet und viele Gebäude - sowohl im öffentlichen Raum als auch Wohngebäude - werden im Sommer zu echten Backöfen.
Unsere kleineren und mittleren Unternehmen stehen im Wettbewerb mit den großen Industriebetrieben um Auszubildende, Arbeits- und Fachkräfte, müssen ebenso wie diese mit Engergiepreisen, Transformationsdruck und Bürokratie zurande kommen und sind auf eine intakte Infrastruktur angewiesen. Aber gerade hier zeigt sich der Investitionsstau vergangener Jahre.
Menschen aus verschiedenen Ländern sind in den vergangenen Jahren nach Marktheidenfeld gekommen und konnten gut in die Stadt integriert werden, um zu wachsen, brauchen aber auch wir Zuzug von außen.
Diese Herausforderungen möchten wir in den kommenden sechs Jahren im Stadtrat entschlossen, klug und zukunftsorientiert meistern. Im Dialog. Auf Augenhöhe. Respektvoll.
Wirtschaft
Marktheidenfeld ist ein starker Industriestandort - was eigentlich ein Segen ist, kann auch zum Bumerang werden, wenn sich eine Stadt zu sehr auf dieser Stärke ausruht. Viele Betriebe stehen auf gesunden Füßen, doch unser Blick muss sich gerade im Bereich der Wirtschaft schon auf die Zeit in 20 Jahren richten.
Für Marktheidenfeld halten wir es für wichtig, dass ...
mit dem Anlaufen des Technologietransferzentrums die Chance ergriffen wird, innovative, junge Unternehmen gezielt zu fördern, StartUps den Anfang zu erleichtern und eine Strategie zu entwickeln, wie sich rund um das TTZ eine eigene Gründerszene in Marktheidenfeld entwickeln kann.
wir ein Profil als Innovationsstandort entwickeln, zum Beispiel mit der Etablierung einer Innovations- und Gründermesse, die sich gezielt an Tüftler, Denker und Erfinder richtet, die hier netzwerken und Ideen austauschen können.
für die Innenstadt neue, kreative Konzepte entwickelt werden, um den Leerstand zu beheben - so zum Beispiel mit einer Markthalle für PopUp-Stores, die ihr Geschäftsmodell erst einmal testen können, bevor sie sich in langen Mietverträgen binden müssen.
gerade kleine und mittlere Unternehmen gezielt gefördert werden und neue Geschäftsideen professionelle Unterstützung bekommen.
Gewerbeflächen vorzugsweise so vergeben werden, dass echte Arbeitsplätze und nicht nur Lager- und Logistikflächen entstehen.
Verkehr
An vielen Stellen in Marktheidenfeld wird deutlich, dass in der Nachkriegsentwicklung der Stadt zunehmend das Auto im Fokus der Verkehrsplanung stand. Bei der jetzigen Verkehrsentwicklung, die sowohl mit der geografischen Lage als auch mit Betriebsstandorten zu tun hat, ergeben sich aus unserer Sicht einige Stellen, die für alle Verkehrsteilnehmer unübersichtlich und riskant sind.
Für Marktheidenfeld halten wir es für wichtig, dass ...
die Stadt eine neue Verkehrsplanung erhält, die auch die künftige Abstufung der Luitpoldstraße in den Blick nimmt.
die Innenstadt beruhigt wird und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h festgelegt wird - für die Sicherheit aller und um Lärm zu reduzieren, aber auch, um die Straßen weniger zu strapazieren.
neuralgische Punkte der Verkehrsplanung möglichst zügig entspannt werden - insbesondere vor den Schulen.
Barrierefreiheit weiter vorangetrieben wird - nicht nur durch die Absenkung von Bordsteinen, sondern auch durch mehr taktile Leitsysteme für Sehbehinderte, weitere Komfortstreifen und dynamische Ampeln.
Lücken im Radewegenetz geschlossen werden, sodass eine sichere Verbindung zu den Ortsteilen entsteht.
die Stadtbuslinien erhalten bleiben.
Innenstadtentwicklung und Entwicklung der Ortsteile
Wie die Innenstadt und das Mainufer gestaltet werden sollen, wird seit Jahren heiß diskutiert, in Workshops werden Ideen entwickelt und Konzepte werden auf die Finanzierbarkeit und Machbarkeit hin überprüft. Der große Wurf ist aus unserer Sicht aber noch nicht gelungen.
Für Marktheidenfeld halten wir es für wichtig, dass ...
der Fokus zunächst auf die eigentliche Innenstadt gerichtet wird und ein Kauf des Lermann-Areals ernsthaft in Betracht gezogen wird, denn das Herzstück einer Stadt neu entwickeln zu können, ist eine Once-in-a-lifetime-Chance.
leerstehende Geschäfte mit innovativen Ideen belebt werden, zum Beispiel, indem die Stadt ermittelt, wie Bürgerräume mithilfe von Fördergeldern in leerstehenden Geschäften entstehen können - Beispiele für solche Projekte gibt es in vielen Städten.
die Aktivitäten der Ortsteile schnell und flexibel über eine zentrale App abrufbar sind, mit der auch Helfer organisiert und kurzfristige Informationen verbreitet werden können.
junge Familien finanziell gefördert werden, wenn sie nicht neu bauen, sondern ein leerstehendes Gebäude im Ortskern erwerben und sanieren.
Treffpunkte für junge Leute in den Ortsteilen weiterhin zur Verfügung gestellt und unterstützt werden.
Sport, Vereine und Kultur
Die Marktheidenfelder sind aktive Menschen und die Strukturen, die für eine individuell attraktive Freizeitgestaltung nötig sind, beruhen zu einem großen Teil auf ehrenamtlichen Helfern - die überall immer schwieriger zu finden sind. Daneben entwickeln sich auch kommerzielle Angebote, die den klassischen Vereinssport mit alternativen Konzepten ergänzen.
Für Marktheidenfeld halten wir es für wichtig, dass ...
vor allem für das M2 schnellstmöglich eine wirtschaftlich tragfähige Preisgestaltung der Tickets entwickelt wird, die für Sportschwimmer und Familien ein bezahlbares Angebot darstellt.
die Vereine weiterhin pragmatische Unterstützung bei der Planung von Wettbewerben und Turnieren, bei Festen und auch bei sozialen Projekten finden.
Trainer und Ehrenamtliche in den Vereinen schnelle Unterstützung finden, vor allem wenn es um rechtlich relevante Fragestellungen geht.
kulturelle Veranstaltungen weiterhin gefördert werden und dabei auch neue, ungewöhnliche Wege eingeschlagen werden, wie zum Beispiel die Nutzung von Leerständen für Kulturevents.
die Volkshochschule als Bildungsinstitut stärker eingebunden wird in kulturelle und historische Veranstaltungen der Stadt und die Verbindung zwischen Vhs und Schulen gestärkt wird.
Sportarten außerhalb des klassischen Vereinssports nicht aus dem Blick geraten - Skaten, Breakdance, Crosslauf ... - geeignete Trainings-/Übungsgelände sind auch hier wichtig!
Bildung
Für unseren Wirtschaftsstandort brauchen wir kluge Köpfe, aber die müssen so früh wie möglich gefördert werden. Gleichzeitig ist qualitative Kinderbetreuung ein wesentlicher Faktor, um junge Familien zu unterstützen. Doch wir verstehen Bildung als einen lebenlangen Prozess.
Für Marktheidenfeld halten wir es für wichtig, dass ...
wir ein tragfähiges Kindergarten-Konzept entwickeln, damit wir bei der Betreuung und Frühbildung nicht nur reagieren sondern agieren.
die Ausbildung in der Musikschule für jeden Geldbeutel erschwinglich ist.
die Volkshochschule weiterhin ein breites Spektrum an Kursen anbietet.
die Stadtbibliothek als weitere Bildungsstätte weiterhin gut ausgestattet ist.